«Peak Oil» - Schwierige Prognosen

Die Debatten um «Peak Oil» haben ihre Ursprünge in den 1950er Jahren. Dabei ist nach wie vor umstritten und unklar, wann dieser genau erreicht ist und wie lange er dauern wird – auch weil die Ölindustrie selbst eine Evolution durchmacht.  

Text: transport-CH / Foto: Christian Lagerek (istockphoto.com)

Der Begriff des «Peak Oil» hat eine lange Entwicklung hinter sich. Der «Peak Oil» geht auf Arbeiten des Geologen Marion King Hubbert ab dem Jahr 1949 zurück. Hubbert selbst prognostizierte 1974 – im Zuge der globalen «Erdölkrise», dass das Maximum der konventionellen Förderung 1995 erreicht sei.

Die US Energy Information Administration geht demgegenüber heute davon aus, dass die konventionelle Öl-Produktion 2005 ihren «Peak» (also das Fördermaximum) erreicht habe und dieses noch bis heute (2019) andauert. Das Fördermaximum für unkonventionelle Ölförderung wird dagegen Schätzungen zufolge zwischen 2050 und 2100 erreicht.

Unkonventionelle Fördermethoden immer wichtiger

So oder so zeigen die Expertendiskussionen beispielhaft auf, dass auch in der Erdölindustrie und bei den Fördermethoden stetig eine Entwicklung stattgefunden hat, was Prognosen erschwert. Marion King Hubbert stützte seine Theorie ab den 1950er Jahren auf die Förderung von «konventionellem Erdöl». Inzwischen spielt «unkonventionelles Erdöl» aus Ölschiefer, Öl- oder Teersand, Kohle usw. aber eine immer wichtigere Rolle. Je nach Sichtweise variieren die Prognosen über den «Peak Oil» deshalb dramatisch zwischen einer Halbierung der Erdölförderung bis 2025 (World Energy Outlook 2018, Internationale Energieagentur) bis zu 40 (BP World Energy Outlook) oder 50 Jahre Reserven bei heutigem Verbrauch (Deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, 2017).

 

[Hinweis: Dies ist der 3. von 7 Artikeln zum Thema «Peak Oil», der auf transport-ch.com veröffentlicht wird.]