Jean-Daniel Goetschi – Der Macher

«Von Profis für Profis» - nach diesem Motto organisieren die Veranstalter der transport-CH vom 14.11. bis 17.11.2019 bereits zum zehnten Mal den Schweizer Nutzfahrzeugsalon. Die Personen hinter der Leitmesse der Schweizer Nutzfahrzeugbranche im Porträt: Jean-Daniel Goetschi, der Messeleiter.

Text/: transport-CH / Foto: Christian Pfammatter

Jean-Daniel Goetschi hat von jung an eine enge Beziehung zum Auto, zu Nutzfahrzeugen und zur Mobilität gefunden. Denn sein Vater war als Fahrlehrer für Personenwagen und Lastwagen (Kat. B und C) tätig. Im Militär diente er als Motorfahrer für schwere Fahrzeuge, zuletzt im Offiziersrang. Während des Studiums fuhr er Milchtransporte oder arbeitete als Mechaniker. «Nutzfahrzeuge haben mich effektiv mein Leben lang begleitet», sagt er rückblickend. Dass ihn sein Weg zur transport-CH führte, war deshalb kein Zufall.

Seit 2006 im Organisationskomitee dabei

Erste Kontakte mit den Veranstaltern der Nutzfahrzeugmesse in Freiburg fanden 2006 statt. Anfängliche Skepsis gegenüber einem Engagement für eine regionale Veranstaltung wich der Begeisterung, als ihn OK-Präsident Dominique Kolly mit dem Ziel, aus der Freiburger Messe einen Salon von nationaler Bedeutung zu entwickeln, aus der Reserve lockte. Als Geschäftsführer machte er sich daran, aus dem ursprünglich losen Verein eine schlagkräftige Messeorganisation aufzubauen. Insbesondere ging es darum, dass breite Fach- und Branchenwissen im OK kommunikativ und marketingmässig zur Entfaltung zu bringen und den breiten Branchenkreisen vertraut zu machen:

«Eine Messe von Profis für Profis» – auch im Zeitalter der Digitalisierung. Dieses Ziel beinhaltete jedoch auch die Aufgabe, die Kosten der Messe bei allen Ausbauabsichten so zu gestalten, dass sie selbst für die KMU aller Grössenordnungen erschwinglich war. Nur so wurde man dem Anspruch gerecht, die Nutzfahrzeugbranche in ihrer ganzen Breite, vom Produkt über dessen Verkauf bis zum Aftermarket, abzubilden.

 Breite Anerkennung erworben

Obwohl alle zwei Jahre erst im November stattfindend, steigt für Goetschi jeweils im Januar die Spannung an, denn der Anmeldeschluss ist auf den 31. Januar gelegt. Dann erhält er erste Gewissheit, dass sich für den bevorstehenden Salon erneut ein Erfolg abzeichnet. Als Geschäftsführer leistet er im Durchschnitt rund 50 Prozent seiner Arbeitszeit für die transport-CH, doch ab Sommer schwillt der Aufwand zeitweise auf gegen 150 Prozent an. Mit grossem Stolz erfüllt ihn die im Lauf der Jahre erworbene allgemeine Anerkennung in der Politik, in der Öffentlichkeit und in den Medien, die sich nicht nur in der stetig wachsenden Anzahl von Besuchern und Ausstellern widerspiegelt. Selbst Mitglieder der Landesregierung haben die Messe mit ihrem Besuch beehrt.

Wichtige Zusammenarbeit mit den Branchenverbänden

Ein tragendes Element des Messeerfolgs ist die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Branchenverbänden, die sich an der transport-CH unter einem gemeinsamen Dach zusammenfinden, einem gemeinsamen Dach, das sie mit dem Bau der «mobilcity» in Bern dauerhaft konkretisiert haben. Zusammen erst sind die Verbände stark, um sich in einem generell kritischen Umfeld zu behaupten.

 Auch im digitalen Zeitalter unverzichtbar

Goetschi glaubt an ein weiteres Wachstum des Salons – trotz des Verschwindens traditioneller Messen. Es gilt das Potenzial unter den rund 120'000 Berufschauffeuren und den Zehntausenden von in den Dienstleistungen Tätigen (Mechaniker, Disponenten, Zulieferbetriebe etc.) zu erschliessen, insbesondere durch die Schaffung einer attraktiven Erlebniswelt mit Probefahren, Fachveranstaltungen etc. Praktisches statt virtuelles Anfühlen.

Die Entscheidungsträger sind bereits weitgehend in Bern anwesend. Sie schätzen insbesondere die Möglichkeit zum (Ver-)Handeln und zum Gespräch, zum Gedankenaustausch und nicht zuletzt zum geselligen Zusammensein. Der Wechsel von Freiburg an die BERNEXPO hat den nationalen Anspruch unterstrichen und gefestigt.

Kommen da nach 13 Jahren nicht Motivationsprobleme auf? Jean-Daniel Goetschi antwortet mit leuchtenden Augen, aus denen die Vorfreude auf die Jubiläumsausgabe sprechen: «Nie und nimmer. Ich bin und bleibe ein Technologiefreak. Ich will und werde die weitere Branchenentwicklung aus nächster Nähe verfolgen und hoffentlich meinen Anteil dazu beitragen – und wo zeigt sich diese Zukunft besser und vielfältiger als an der transport-CH!»

 

Zur Person:

 Jahrgang 1963, verheiratet

Motorfahrer-Offizier
Hobbies: Velotourismus in unbekannten Regionen, Yoga, Tüfteln an neuen Informatikanwendungen, Singen

 Ausbildung:

  • Erwachsenenbildner
  • Business Management FAMi
  • Marketingplaner CEFCO
  • Kaufmann
  • Maschinenbau HTL Freiburg
  • Polymechaniker

Beruflicher Werdegang:

  • Seit 2003 Trainer, Coach und Unternehmensentwickler mit Schwerpunkten in den Bereichen Führung, Verkauf, Kundendienst, Marketing und Motivation
  • Geschäftsführer Schweizer Nutzfahrzeugsalon transport-CH seit 2006
  • Geschäftsführer mobility-forum.org
  • Kursleiter, Experte AGVS
  • diverse Tätigkeiten im Automobilimport, in der Beleuchtungsbranche und im Kommunalmaschinenbau