Iveco: Eigentümerin steigt bei Nikola ein

IVECO will offensichtlich in Zukunft (auch) auf die Brennstoffzellentechnologie setzen: Die IVECO-Eigentümerin CNH Industrial hat jedenfalls einen strategischen Anteil von 250 Millionen US-Dollar an Nikola übernommen. Damit ist man Hauptinvestor.

Text: transport-CH / Foto: zVg

Anfangs September die IVECO Eigentümerin CNH Industrial bekannt gegeben, dass man beim us-amerikanischen Start-up Nikola als Hauptinvestor einsteigt. Nikola, das nicht nur in den USA als einer der grössten Tesla-Konkurrenten gehandelt wird, wenn es um alternative Antriebe für Lkw geht, soll IVECO offensichtlich das Know-how in der zukunftsträchtigen Brennstoffzellentechnologie sichern.

Konkret wird Nikola das Fachwissen über die Brennstoffzellentechnologie, über Elektroachsen, Wechselrichter, Einzelradaufhängung, On-Board-Speichertechnologie von Wasserstoff, Software-Updates Over-The-Air, Infotainment, Fahrzeugsteuerung, Kommunikation zwischen Fahrzeug und Zentrale, Leistungselektronik und Zugang zu einem Wasserstofftanknetz in den IVECO-Konzern einbringen.

Den europäischen Markt im Visier

CNH Industrial lässt sich diesen Schritt einiges kosten: für den strategischen Anteil hat die IVECO-Eigentümerin 250 Millionen US-Dollar an Nikola bezahlt. Das Geld fliesst gemäss Medienberichten in Form von Dienstleistungen wie Produktentwicklung, Fertigungstechnik und andere technische Unterstützung sowie die Lieferung bestimmter Schlüsselkomponenten. Diese Komponenten beschleunigen ihrerseits die Entwicklung und Produktionszeiten von Nikola Two und Nikola Tre. Besonders interessant dabei: Beide Fahrzeuge sollen auch auf dem europäischen Markt erscheinen.

IVECO und FPT Industrial, die Nutzfahrzeug- und die Antriebsmarke von CNH Industrial, werden bei der Entwicklung und Herstellung im Bereich der Industrialisierung von Brennstoffzellen- und Batterie-Elektrofahrzeugen von Nikola mitwirken. Davon sollen der Nikola One, der Nikola Two und der Nikola Tre profitieren.

Zu den nächstliegenden strategischen Punkten des Projekts zählen die Industrialisierung des Brennstoffzellen-Lkw der Klasse 8 von Nikola Two für den nordamerikanischen Markt sowie die Integration der Iveco-S-Way-Lkw-Technologie in das batterieelektrisch angetriebene Nikola-Tre-Frontlenker-Modell sowohl für den nordamerikanischen als auch den europäischen Markt.

2022 soll die Markteinführung in Europa erfolgen

Langfristig wird ein europäisches Joint Venture sowohl batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) als auch Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge (FCEV) abdecken, die bis zum vierten Quartal 2022 eingeführt werden. Nikola plant überdies, Ivecos Vertriebs- und Servicekanäle in Europa zu nutzen, um den Zugang zum europäischen Markt zu beschleunigen.

 

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf Informationen aus https://traktuell.at/a/iveco-eigentuemer-steigt-bei-wasserstoff-trucks-aus-den-usa-ein