Entwicklung bei den Treibstoffen: Diesel bleibt uns erhalten

Dieselmotoren werden auch in naher Zukunft den Hauptteil bei den Nutzfahrzeugen ausmachen. Die Versorgung mit Erdöl scheint gewährleistet, wenngleich die Förderindustrie im Umbruch ist und nach den USA auch China immer grössere Mengen importiert.

Text / Foto: transport-CH

Ob uns bald das Öl ausgeht, ist eine umstrittene Frage: Während gewisse Zahlen darauf hindeuten, dass die Ölreserven, die aus technischer und wirtschaftlicher Sicht förderbar sind, grösser sind, als gemeinhin angenommen, warnen andere Kreise vor dem (aus ihrer Sicht) überschrittenen «Peak oil».

Auch wenn zudem die nachgewiesenen oder geologisch möglichen Ölressourcen von 448 Milliarden Tonnen, die derzeit (technisch oder aus wirtschaftlichen Gründen) nicht förderbar sind, hinzukommen, so müssen wir doch zur Kenntnis nehmen, dass sich die Erdölindustrie in einem massiven Umbruchprozess befindet. Wir stehen an der Schwelle, an der das «konventionelle Erdöl» zusehends vom «unkonventionellen Erdöl» und anderen Kraftstoffen abgelöst wird.

Schwierige Angebotsprognosen

Vor diesem Hintergrund gestalten sich Angebotsprognosen schwierig. Ein Umstand, der es jedem Logistikprofi und Transportunternehmer erschwert, Investitionsentscheide zu fällen. Denn die Treibstoffkosten werden unweigerlich davon abhängen, wie sich die weltweiten Erdölvorräte entwickeln.

Die deutsche Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe kommt diesbezüglich in ihrer im März 2019 herausgegebenen «Energiestudie 2018» zum Schluss, dass «Erdöl auch weiterhin der wichtigste Primärenergieträger der Welt bleibt. Sowohl die Förderung von Erdöl als auch der Verbrauch stiegen auf ein neues Allzeithoch. Die weltweite Vorratslage ist weitgehend unverändert. Der weltweite Bedarf an Mineralölprodukten wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen.» Dabei ist China unlängst erstmals vor den USA zum grössten Rohölimporteur aufgestiegen.

Fazit der «Energiestudie 2018»: «Für die kommenden Jahre kann aus rohstoffgeologischer Sicht bei einem weiterhin moderaten Anstieg des Verbrauchs die Versorgung mit Erdöl gewährleistet werden. Dennoch können Versorgungsengpässe mittelfristig nicht ausgeschlossen werden, da die Investitionen in den Erdölsektor seit Jahren auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegen und sich ein Nachfrage-Angebots-Defizit durch unzureichenden Erschliessung neuer Lagerstätten sowie weiterhin geringer Neufunde andeutet.»

 

[Hinweis: Dies ist der 5. von 7 Artikeln zum Thema «Peak Oil», der auf transport-ch.com veröffentlicht wird.]