Blockchain hält in der Branche Einzug

Die Blockchain-Technologie hält in der Branche Einzug: In der Schweiz will der Verein Cardossier einen neuen Standard für den Datenaustausch in der Branche etablieren. Und in Deutschland hat ein von Automobilherstellern getragenes Konsortium einen eigenen Standard zur Fahrzeugidentifikation entwickelt.

Text: transport-CH / Foto: zVg

Wer heute von Entwicklungen spricht, kommt um die Blockchain-Technologie nicht herum: Blockchains sind – vereinfacht formuliert – spezielle Datenbanken, die Transaktionsdaten ohne eine zentrale Kontrollinstanz, ohne die Notwendigkeit gegenseitigen Vertrauens und mit vollkommener Transparenz verwalten können. Sie stellen damit die Vertrauenswürdigkeit und die Verfügbarkeit von Daten (Stichwort: Open Source) für verschiedene Nutzer in der täglichen Arbeit und für die Entwicklung sicher.

Die Blockchain-Technologie wird damit auch die Automobil- und Nutzfahrzeugbranche der Zukunft massiv beeinflussen: Es erstaunt deshalb kaum, dass sich Unternehmen zunehmend mit der Blockchain-Technologie befassen.

Cardossier: Digitales Fahrzeug-Dossier

In der Schweiz haben Firmen, Universitäten und Behörden im März dieses Jahres am Rande des Automobilsalons in Genf den Non-Profit-Verein «Cardossier» gegründet. Ziel ist es eine Blockchain-basierte Plattform zu entwickeln, um den Lebenszyklus eines Fahrzeugs komplett abzubilden. Mit einem schweizweiten Standard für den Datenaustausch sollen die unternehmensübergreifenden Prozesse in der Automobilindustrie geschaffen werden.

Zu den Mitgliedern des neu gegründeten Vereins gehören das Softwareunternehmen AdNovum, der Autoimporteur Amag, der Versicherer AXA, das Car-Sharing-Unternehmen Mobility, das Strassenverkehrsamt Aargau sowie auch die Universität Zürich und die Hochschule Luzern. Sie haben das Projekt initiiert. Hinzu kommen mittlerweile neue Partner wie die PostFinance, AutoScout24 oder der Schweizerische Leasingverband.

Deutschland : Fahrzeughersteller übernehmen das Ruder

In Deutschland haben derweil die Automobilhersteller selbst die Initiative ergriffen. Das von zahlreichen Automobilherstellern getragene MOBI-Konsortium hat einen Blockchain-Standard zur Fahrzeugidentifikation entwickelt, wie MOBI in einer Pressemitteilung vom 17. Juli 2019 bekannt gab. Es handelt sich um ein auf Blockchain-Technologie basierendes Identifikationssystem, das zunächst nur die Produktion eines Fahrzeugs erfasst. Künftig wird das System auch Produktdefinitionen, die Fahrzeughalterhistorie und wichtige Ereignisse erfassen. Dies führt zu einer dezentralen Fahrzeugdatei.

«Ein Blockchain-Identitätsstandard könnte eine Vielzahl von effizienzfördernden Mobilitätsanwendungen ermöglichen, sowie effiziente Lieferketten, kostengünstigere Finanzierungen und sicherere Straßen», ist Chris Ballinger, Gründer und CEO von MOBI, überzeugt.

 

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf Angaben aus einem Artikel auf https://de.cointelegraph.com/news/blockchain-konsortium-von-bmw-renault-und-ford-prasentiert-identitatsstandard-fur-fahrzeuge sowie auf Informationen auf www.cardossier.ch