Auch die Elektromobilität hat ihre Tücken

Die Elektromobilität wird in den nächsten Jahren kaum einen Beitrag zur Minderung der CO2-Emissionen leisten – zumindest in Deutschland. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des ifo Instituts CES. Der Grund: Der Energiemix («Kohlestrom») und die Batterienproduktion wirken sich negativ aus. Für die Schweiz ist allerdings eine differenziere Betrachtung notwendig, weshalb auch Vertreter der Automobil- und Fahrzeugflottenbranche sowie deren Verbände bereits 2018 die «Roadmap Elektromobilität 2022» unterzeichnet haben.

Text / Foto: transport-CH

Die Elektromobilität wird in den nächsten Jahren kaum einen Beitrag zur Minderung der deutschen CO2-Emissionen leisten. Zu diesem Schluss kommt eine deutsche Studie. Die Einführung von Elektro-Fahrzeugen, so die Verfasser, führe nicht per se zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes im Strassenverkehr. Stattdessen setzen die Studienverfasser vorderhand auf «mit Erdgas betriebene Verbrennungsmotoren als ideale Übergangstechnologie.» Und langfristig dürften mit Wasserstoff oder «grünem Methan» betriebenen Fahrzeuge dem Klimaschutz am meisten dienen und sich in vielen Bereichen durchsetzen. «Langfristig gesehen bietet die Wasserstoff-Methan-Technologie einen weiteren Vorteil: Sie ermöglicht die Speicherung der überschießenden Stromspitzen des Wind- und Sonnenstroms, die bei einem steigenden Anteil dieses regenerativen Stroms stark zunehmen werden», so die Studienverfasser.

Kritik an der Politik der EU

Die Resultate der Studie erstaunen nur auf den ersten Blick: Berücksichtigt man den heutigen Energiemix Deutschlands und den Energieaufwand bei der Batterieproduktion, liegt der CO2-Ausstoß batterieelektrischer Fahrzeuge nur im günstigsten Fall knapp über dem eines Dieselmotors, ansonsten aber weit darüber. Zu diesem Schluss kommt die Studie, an der auch der emeritierte Professor der Universität München Hans-Werner Sinn mitgearbeitet hat.

Die Autoren kritisieren deshalb auch, «dass der EU-Gesetzgeber die CO2-Emissionen von Elektroautos mit einem Wert von „null“ in die Berechnungen der Flottenemissionen einfliessen lässt.» Dies suggeriere, dass Elektrofahrzeuge keine Emissionen verursachen würden.

Bessere Klimabilanz in der Schweiz

In der Schweiz weist die Elektromobilität aufgrund des Strommixes zweifelsfrei eine bessere CO2-Gesamtbilanz auf. Auf Initiative des UVEK hat eine breite Allianz – u.a. mit Vertretern der Automobil- und Fahrzeugflottenbranche sowie deren Verbänden – Ende 2018 deshalb auch bereits ein umfangreiches, breit abgestütztes Paket zur Förderung der Elektromobilität in der Schweiz geschnürt.

 

Hinweis: Quelle dieses Artikels bildete eine Mitteilung des ifo Instituts Center for Economic Studies (CES). Die Studie ist einsehbar unter: http://www.cesifo-group.de/DocDL/sd-2019-08-sinn-karl-buchal-motoren-2019-04-25.pdf